cq351
unregistrierter Benutzer (Gast)
Mein Bericht ist inhaltlich teilweise redundant zu letztlich gestellten Erfahrungen anderer werter Mitschreiber, trotzdem möchte ich meine "The good, the Bad, and the WTF's" teilen.
Meine Produktwahl
Vor 3 Jahren war die Allnet Flat S für 19.95 EUR (Allnet-Flatrate mit 500MB Datenvolumen) meine Wahl.
Der Wechsel zu Congstar
Ich habe den Wechsel zu Congstar nach 15 Jahren D1 vollzogen, mit einem kurzen Zwischenspiel bei D2. Die Portierung lief problemlos ab:
00:02 D2-Karte nicht mehr erreichbar und eingebucht
00:10 Congstar-Karte aktiv
00:10 Congstar-Karte aus dem Congstar-MVN erreichbar
(Die Routing-Magie beginnt...)
07:00 Congstar-Karte aus dem Telekom-Netz erreichbar
Die Anrufe anderer Netze wurden bis dahin im D2-Netz terminiert, welches aufgrund meines nicht mehr existierenden Kundenverhäntnisses die Anrufe mit einer Fehlermeldung kommentierte.
gegen 10 Uhr war die Karte aus allen Netzen erreichbar.
Zwei fast problemlose Jahre
Hier zeigte sich, daß Congstar auf einer sehr stabilen Plattform fußt. Es gab zwei Jahre keinerlei Probleme, mit Ausnahme des Ausfalls abgehender Gespräche für einen Morgen, als ein Telekom-Server in Duisburg sich fatal zu Wort meldete.
Die Voice-Over IP Zensur
Es ist wie es ist: Constar, sehr wahrscheinlich motiviert durch das Vorleistungsprodukt von Mama Magenta, analysiert sämtlichen Datenverkehr seiner Kunden und blockiert VoIP (wie Skype oder Sip-verhandelte Streams). Eigentlich wäre das ein Skandal, andererseits hat dieser Missstand, welcher übrigens immer noch nicht abgestellt ist, eine gute Seite: Er erinnert daran, daß unverschlüsselte Kommunikation den Status von Freiwild hat. Er hat mich motiviert, sämtlichen Datenverkehr meines Mobiltelefons durch einen selbst bereitgestellten (mehrere eigene Rootserver) VPN-Server zu routen, was zur Zeit noch die Zensur-Infrastruktur überfordert.
Somit macht Congstar Verschlüsselung (hier vorweglich aus praktischen Gründen über ein VPN) attraktiv, was ich ausdrücklich befürworte.
Der Kundenservice
Es gibt ab und zu kleine Probleme, bei denen man den Kundenservice braucht. Dieser hat bei mir stets, sowohl per eMail als auch per Chat, sehr freundlich und kompetent reagiert. Ich habe die telefonische Hotline niemals genutzt oder vermisst, die bereitgestellten Möglichkeiten waren stets eine praktische Alternative.
Die Kündigung
Ich kenne die Netze in Europa sehr gut und habe daher, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, das LTE-Netz bei Congstar/D1 sehr liebgewonnen. Da mein Tarif noch inoffiziell LTE nutzen konnte, war ich hoch zufrieden. Als sich aber das Vertragsende im Spätsommer 2015 abzeichnete, war die Lage bei Congstar sehr unklar.
Sollte ich meine automatisch zum Vertragsbeginn ausgesprochene Kündigung zurücknehmen und riskieren, daß ich ein Jahr auf einem Vertrag mit nun 24,99 EUR ohne LTE mit nur 500MB Daten sitzen würde? Die Aussagen zum Beibehalt des LTE-Zugangs nach Vertragsverlängerung waren nicht eindeutig, daher habe ich mich für die Kündigung entschieden, insbesondere in Hinblick auf das aufkommende "Prepaid wie ich will" - Produkt.
Umstellung auf Prepaid
Congstar bietet die kundenfreundliche Umstellung auf Prepaid auf Nachfrage an. Diese lief wunderbar problemlos, meine Vertrags-SIM wurde über Nacht zu einer Prepaid, daraufhin per Tarifwechsel zu "Wie ich will" umgestellt. Nach Anstoßen einer Guthabenaufladung war die Karte innerhalb weniger Minuten wieder nutzbar.
Ich befand mich zu dieser Zeit an der norwegischen Nordküste, trotz der Einbuchung im Frendnetz klappte alles bestens. Nach der Rückkehr nach Deutschland war das 500min/1000MB - Paket rasch gebucht, nach einer Nacheilzeit von einem Tag war der Tarif aktiv.
Ein halbes Jahr Ärgernis ohne LTE
Ohne LTE ist das Telekom-Netz mit Abstand schlechter als die anderen Netze auf deutschem Boden. Da ich (wegen den besseren Roaming-Tarifen) eine Karte der orangen Marke mit der Stimmgabel im Dual-SIM Gerät nutze, merke ich vor allen in innerstädtischen Gebäuden, daß das Telekom-Netz ohne LTE einfach nicht seinem Ruf gerecht wird - ich hatte noch nie so oft kein Netz wie in diesem halben Jahr.
Schlimmer noch - beim Netzausbau scheint UMTS/3G nicht nur eingefroren zu sein, es wird sogar aktiv zurückgebaut. An Stellen im deutschen Norden, an denen ich vorher 3G (Fallback bei Telefonaten im 4G-Netz, da kein VoLTE) hatte, habe ich nun nur noch 2G. Diese Erfahrung mußten auch andere Nutzer im Forum machen.
Die Entscheidung
Die Situation sieht nun so aus:
- Kein LTE
- Keine zeitgemäßen Datentarife
- IP-Telefonie wird immer noch zensiert
- in den neuen Tarifen wird auf 32kbit gedrosselt
- Keine Innovationen
Meine Schlussfolgerung war die Kündigung.
Die Rufnummernportierung
Nach zweimaligen Versuchen (der erste Bearbeiter hat die Portierung nicht vermerkt, der zweite hat dies korrigiert) ist nun die Portierung zur Konkurrenz angestoßen und bestätigt.
Mein Fazit:
Ich war und bin ein Freund von Congstar, da ich die Marke als Discounter mit einem ehemals sehr guten technischen Fundament und nach wie vor sehr kompetenter und freundlicher Personaldecke wahrnehme. Würde meine "Wie ich Will" - Karte mit mehr Datenvolumen oder einer nutzbaren Mindestgeschwindigkeit und vor allem LTE ausgestattet, hätte ich nicht gekündigt. Da sich bei dem Thema aber seit 1,5 Jahren nichts tut, gehe ich davon aus daß Mama Magenta ihre Tochter hier noch nicht loslaufen läßt und erst die Freigabe für zeitgemäße Produkte gibt, wenn der Wettbewerb es erzwingt.
Daher wünsche ich der Tochter eine gute Zukunft mit hoffentlich baldigen guten Ideen und Entscheidungen. Gute Produktideen finden sich regelmäßig und kostenlos im Forum.
Alles Gute und danke für zwei Problemelose und preiswerte Jahre Mobilfunk!