Streamingdienste - wie viele braucht man und welche lohnen sich?

    Lesedauer ca. 7 Minuten


    Wenn das Wort Streaming fällt, denke ich zuerst an Netflix. So wird es vermutlich vielen gehen, aber seit einiger Zeit schon strömen immer mehr Anbieter von Filmen und Serien auf den Markt. Da fällt es schwer den Überblick zu behalten. Und braucht es das alles überhaupt?

    Hier erst mal eine kurze Übersicht welcher Streaminganbieter welches Angebot stellt:


    Netflix

    Wenn man so will, das Urgestein unter den Streamingdiensten. Hier findet sich eine große Auswahl an Filmen und Serien, darunter einige Eigenproduktionen, wie z.B. das sehr populäre Stranger Things, oder die Comicverfilmung Sandman.


    Amazon Prime

    Auch Amazon Prime wartet mit einer großen Auswahl an Filmen und Serien auf. Zu den Eigenproduktionen zählt z.B Good Omens (sehr große Empfehlung meinerseits!). Eine Besonderheit bei diesem Anbieter ist, dass man mit Abschluss des Abos nicht nur den Streamingdienst bekommt, sondern auch kostenlosen Versand auf Amazon-Bestellungen. Wenn man den Dienst nicht durchgehend nutzt, aber über Amazon bestellt, werden einem ab und zu vergünstigte Probemonate angeboten. Nur nicht vergessen den Dienst dann auch rechtzeitig wieder zu kündigen ;).


    Disney+

    Mit dem Disney-Konzern verbinden wohl die meisten Mickey Maus, die Prinzessinnen-Filme und eine ganze Menge kindliche Nostalgie. Doch als Streamingdienst bietet Disney+ mehr als nur das. Besonders Star Wars Fans kommen an diesem Anbieter kaum vorbei, denn vor einiger Zeit hat Disney die Rechte am Star Wars Franchise erworben. Und selbst wenn man die Filme auf DVD besitzt, werden neue Serien wie der Mandalorian und das Buch von Boba Fett nur dort ausgestrahlt. Auch das umfangreiche Marvel-Universum hat sich dazugesellt und dürfte eine Menge Zuschauer anlocken.


    Wow Streaming

    Wow ist der Streamingdienst des Kabelanbieters Sky. Dort werden größtenteils die gleichen Inhalte geboten wie auf Sky, nur eben zum Streamen.


    Paramount+

    Auch Paramount+ bietet eine Vielzahl an Filmen und Serien.


    Apple TV+

    Auch der Hersteller des iPhones und MacBooks gönnt sich einen eigenen Streamingdienst. Hier werden in der Regel nur Eigenproduktionen gezeigt, darunter z.B auch die erfolgreiche Comedyserie Ted Lasso.


    Joyn

    Der Joyn-Streamingdienst ist ein Produkt der ProSiebenSat.1 Media SE. Hier können also Shows der Sender Pro Sieben, Sat.1 und weiteren geschaut werden. Zahlt man nicht, muss man mit der Werbung vor und zwischen den Sendungen leben. Im kostenpflichtigen Abo fällt die Werbung weg und man kann teilweise Shows schon vor dem eigentlichen Sendetermin sehen.


    RTL+

    Ähnlich verhält es sich bei RTL+, hier können ebenfalls Shows der RTL-Sendergruppe geschaut werden.


    Crunchyroll

    Mit Crunchyroll haben wir einen Anbieter, der sich auf ein bestimmtes Genre beschränkt, nämlich Anime.


    Mediatheken

    Hier noch eine kostenlose Variante des öffentlich rechtlichen Fernsehens. ZDF, ARD und Arte haben jeweils ihre eigenen Mediatheken. In der Regel sind Inhalte nur für einen bestimmten Zeitraum nach Ausstrahlung abrufbar und kommen erst wieder rein nachdem sie erneut im Programm gesendet wurden.


    Filmfriend

    Filmfriend ist ein Streaminganbieter deutscher, österreichischer, schweizer und luxemburgischer Bibliotheken und kann nur mit einem gültigen Büchereiausweis genutzt werden. Wer topaktuelle Filme und Serien sucht ist hier leider fehl am Platz. Das Angebot besteht hauptsächlich aus älteren, und öffentlich-rechtlichen Produktionen. Das allgemeine Genre tendiert hier oft Richtung Arthouse und da gibt es durchaus einige Perlen zu entdecken von denen man vorher nicht gehört hatte. Zumindest geht es mir so.


    Youtube

    Auch über die eigentlich kostenlose Videoplattform Youtube lassen sich Filme und Serien streamen. Hier allerdings nicht als Abo-Modell, sondern kostenpflichtig pro Film bzw Serie.


    Bedienbarkeit

    Das Layout funktioniert bei fast allen Anbietern ähnlich. Es kann nach verschiedenen Genres gefiltert werden, ob man Serie oder Film sucht und es gibt eine Watchlist auf der man sich Inhalte vormerken kann. Die Filme und Serien werden durch kleine Kacheln mit Bildern aus dem Inhalt dargestellt. Viele Dienste empfehlen zusätzlich noch auf ihrer Startseite Content, den man potenziell mögen könnte, auf Basis der Filme und Serien, die man bereits gesehen hat.

    Ich kann persönlich nicht zu allen Anbietern etwas sagen, aber Amazon Prime ist mir bei der Bedienbarkeit ein wenig negativ aufgefallen. Zuerst einmal wird dort bei Serien für jede Staffel eine neue Kachel erstellt, die dann alle separat in der jeweiligen Kategorie auftauchen. Zwar kann man nach Klick auf die Kachel per Drop-down Menü auch eine andere Staffel auswählen, aber bei einer Serie, die mehrere Jahre läuft, kann das schnell unübersichtlich werden. Auch die verschiedenen Kanäle, die zusätzlich zu Amazon Prime gebucht werden können, schmälern für mich den Gesamteindruck. Es ist eine Sache zusätzlich zum enthaltenen Programm noch Filme und Serien zum Kauf/zur Leihe anzubieten und eine andere zum bereits bestehenden Abo noch ein zweites abschließen zu müssen.


    Mit oder ohne Werbung?

    Einige Streamingdienste bieten bereits günstigere Tarife an, bei denen vor den Inhalten Werbung läuft. Netflix ist hier der Vorreiter. In einigen Regionen, wie z.B. Kanada wurde von Netflix sogar das günstigste werbefreie Angebot komplett gestrichen und durch den Tarif mit Werbung ersetzt. Ob die Kund*innen das goutieren bleibt abzuwarten.


    Braucht man das alles überhaupt?

    Diese Frage haben sich bestimmt schon viele von euch gestellt. Leider kann ich euch dazu keine Antwort geben, nur meine persönliche Meinung.

    Gefühlt hat heute jedes Unternehmen, das irgendwie mit Film und Fernsehen zu tun hat, seinen eigenen Streamingdienst. Natürlich wollen alle etwas vom Kuchen abhaben und je nachdem wie populär die gestellten Inhalte sind, gelingt das mehr oder weniger gut. Disney z.B. kann hier mit einigem aufwarten, gerade für Familien mit Kindern. Für die Nutzer*innen macht es das frustrierend und vor allem kostspielig. Denn Inhalte, die es bei Netflix gibt, sind nicht auf Amazon Prime, das wiederum hat Filme und Serien, die nicht bei Disney+ laufen und so weiter und so fort. Dabei läuft die Trennung danach was bei welchem Anbieter gezeigt wird vollkommen willkürlich. Wer mehr Geld für die Rechte zahlt, bekommt den Zuschlag. Und da die meisten großen Streamingdienste kein festgelegtes Genre haben, bekommt man einen Flickenteppich aus Inhalten und kann als Kund*in nur abwägen bei welchem Anbieter man am meisten Sehenswertes findet.


    Wenn es schon so viele verschiedene Anbieter geben muss, hätte ich nichts dagegen, dass sich jeder ein eigenes Genre sucht, wie das z.B. bei Crunchyroll der Fall ist. Doch selbst hier verläuft keine komplett klare Trennung. Denn auch Netflix und Amazon Prime bieten Anime an, die dann nicht bei Crunchyroll erscheinen.

    Was mich persönlich als Science Fiction Fan nervt ist, dass teils sogar zusammengehörige Inhalte auseinander gerissen werden, wie beispielsweise Star Trek. Netflix zeigt die alten Serien und Discovery, Amazon Prime bietet Picard und Lower Decks. Ich bin also quasi gezwungen beide Dienste zu abonnieren, nur um Star Trek komplett zu sehen.


    Streaming war ursprünglich als Lösung für das Piraterie-Problem gedacht, und solange es nur einen, bzw sehr wenige Anbieter gab, funktionierte das auch. Es war schlicht einfacher einen relativ kleinen monatlichen Betrag zu zahlen und dafür seine Filme und Serien ohne langes Suchen in guter Qualität zu bekommen. Wenn man heute für alle Inalte, die man sehen möchte gleich zwei, drei oder mehr Streamingdienste kostenpflichtig abonnieren muss, sollten sich die Firmen nicht wundern wenn viele sich wieder illegalen Methoden zuwenden.

    Vor kurzem eskalierte Netflix die Situation noch zusätzlich, indem der Konzern das Teilen eines Accounts über den eigenen Haushalt hinaus untersagte. Somit fällt hier eine Möglichkeit weg Kosten einzusparen und trotzdem legal Filme und Serien zu komsumieren.

    Ich führe mit ein paar Streaminganbietern eine On-Off Beziehung. Wenn eine neue Serie herauskommt, die ich unbedingt sehen will, oder es gerade ein gutes preisliches Angebot gibt, abonniere ich den entsprechenden Dienst und kündige danach wieder. Zeitweise habe ich auch den Account von Freunden mitbenutzt. Ideal ist das alles nicht, aber kostentechnisch lohnt es sich für mich nicht dauerhaft mehrere Anbieter zu nutzen. So viel kann ich auf jedem Dienst gar nicht schauen.


    Von älteren und obskuren Filmen und Serien will ich gar nicht erst anfangen. Diese sucht man oft vergebens auf den Streamingplattformen. Daher kaufe ich tatsächlich noch ab und zu DVDs, wenn mir etwas besonders am Herzen liegt.


    Was ist mit euch? Nutzt ihr Streaminganbieter? Kennt ihr noch andere, die ich hier nicht aufgezählt habe? Schreibt gern eure Meinung :).

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  • Linda

    Hat den Titel des Themas von „Streamingdienste“ zu „Streamingdienste - wie viele braucht man und welche lohnen sich?“ geändert.