Anbieterwechsel zu congstar - DSL, TV und Portierung Festnetzrufnummer

  • Hallo zusammen,

    ich möchte kurz meine Erfahrungen mit einem etwas komplexeren Anbieterwechsel teilen – vielleicht steht ja der eine oder andere vor einer ähnlichen Konstellation ;)

    Ausgangslage

    Bei der Telekom hatte ich 100er DSL, drei Telefonleitungen und ein TV-Paket. Gekündigt habe ich im April 2026 zu Ende August 2026.

    Im Juli habe ich dann bei congstar einen DSL-175-Tarif bestellt. Wie bekannt bietet congstar keine Telefonie an. Das Festnetz nutzen wir selbst zwar gar nicht mehr, durch verschiedene Tätigkeiten kommen aber immer noch Anrufe auf den Festnetznummern an – die sollten also erhalten bleiben. Ebenso wollte ich das TV-Paket als Standalone weiterlaufen lassen. Das hatte ich bereits im Mai als Alternative beauftragt, nachdem mir kein attraktives Gesamtpaket aus DSL und TV bei der Telekom angeboten werden konnte.

    Parallel zur Bestellung bei congstar habe ich mich bei einem SIP-Anbieter registriert – ausdrücklich ohne Rufnummernportierung. Den congstar-Support habe ich direkt über die Ausgangslage und mein Vorhaben informiert.

    Das Gespräch mit der DSL-Fachabteilung

    Nach meiner Info an den Support hier bekam ich schon innerhalb eines halben Tages einen Rückruf aus der DSL-Fachabteilung. Das Gespräch war ausgesprochen freundlich, die Mitarbeiterin war sofort auf Stand und hat mir nochmal alles Wichtige erklärt – unter anderem eben, dass es bei congstar-DSL keine Telefonie gibt (was ich ja wusste ;) )

    Konkret haben wir Folgendes vereinbart:

    • congstar nimmt meine Eigenkündigung bei der Telekom zurück und beauftragt stattdessen eine Leitungsübernahme.
    • Ich lasse während des kompletten Wechselprozesses die Finger vom SIP-Anbieter und starte erst nach erfolgreichem Umzug der DSL-Leitung einen Portierungsauftrag.
    • Da mein Telekom-Vertrag ohne zweiten Vornamen lief, bei congstar aber beide Vornamen hinterlegt sind, hat congstar zur Sicherheit den Antrag zur Leitungsübernahme gleich zweimal geschickt: mit und ohne zweiten Vornamen. Zusätzlich hat sich die Kollegin meine Festnetznummer notiert, damit der Anschluss bei der Telekom eindeutig identifiziert werden kann.

    Wenige Tage später kamen die automatisierten Mails der Telekom: erst die Bestätigung, dass die Kündigung erfolgreich zurückgenommen wurde – wenige Stunden später die Info, dass mein Anschluss inklusive aller Optionen zum Stichtag Ende August gekündigt wird (Stichwort: Leitungsübernahme). Ich habe kurz bei der Telekom nachgefragt: Der Neuauftrag für TV-Standalone bleibt davon unberührt.

    Als der Auftrag im congstar-System dann von der Telekom bestätigt wurde, kam auch von congstar die Auftragsbestätigung. Damit war erstmal alles geregelt und es hieß: abwarten.

    Der Schalttag

    Zum Stichtag hat die Telekom kurz nach 0 Uhr die DSL-Leitung abgestellt, TV und Festnetz waren ebenfalls tot. Laut congstar-App sollte der Anschluss zwischen 08:00 und 16:00 Uhr geschaltet werden. Da bis 15:00 Uhr nichts passiert war, habe ich sicherheitshalber bei der Hotline nachgefragt. Dort bestätigte man mir, dass alles sauber erfasst sei und die Prozesse laufen – ich solle bitte nur prüfen, ob die Zugangsdaten in der Fritz!Box stimmen (taten sie). Um 16:15 Uhr war es dann soweit: Die Fritz!Box ging wieder online 👍👍

    Die Telefonie war weiterhin gestört – was ja klar war 😉

    Stichwort „sicherer Hafen"

    Schon beim ersten Telefonat hatte mir der congstar-Support geraten, nach der erfolgreichen Schaltung mindestens fünf Tage zu warten, bevor ich die Portierung der Rufnummern beauftrage. In diesem Zeitraum überschneiden sich die Systeme von congstar und Telekom – sollte bei der Umstellung etwas schiefgehen, müsste die Telekom in die Nachversorgung gehen. Zum Glück war das nicht nötig.

    Nach den fünf Tagen habe ich den Portierungsauftrag bei meinem SIP-Anbieter gestellt. Der wurde nahezu postwendend von der Telekom abgelehnt – im Hintergrund lief da offensichtlich noch ein Prozess, der die Portierung blockierte. 48 Stunden später habe ich es erneut versucht, und diesmal bekam mein SIP-Anbieter grünes Licht - und ich direkt ebenfalls.

    Die Portierung selbst läuft dann ähnlich wie im Mobilfunk: Es gibt feste Zeitfenster, in denen Rufnummern umziehen. Heute (09.09.) war es soweit. Nach dem Hinterlegen der neuen SIP-Daten in der Fritz!Box läuft jetzt auch das Festnetz wieder einwandfrei.

    Kurz zusammengefasst

    • April 2026: Eigenkündigung bei der Telekom zum Ende August 2026
    • 22.07.: Beauftragung von congstar für den DSL-Anschluss, gleichzeitig Registrierung beim SIP-Anbieter
      (hier ein paar Tage einrechnen – die Legitimation lief über einen Code per Post...)
    • 26.07.: Auftragsbestätigung von congstar
    • 21.08.: erfolgreicher Wechsel der DSL-Leitung von Telekom zu congstar und Freischaltung des neuen TV-Pakets (mit alter Hardware)
    • 26.08.: Beauftragung der Portierung beim SIP-Anbieter – Bestätigung am 28.08.
    • 09.09.2026: Freischaltung der SIP-Telefonie

    Fazit

    Wie man sieht, habe ich congstar frühzeitig über meine Pläne informiert – dadurch war genug Zeit, alles sauber zu regeln. Man hätte sicher auch ein bis zwei Wochen später starten können, aber dann wäre es durchaus kritisch geworden. Aber man muss es ja nicht auf Teufel-komm-raus provozieren :)


    Es gab nur ein kleines Problem: Durch die Änderung der Zugangsdaten in der Fritz!Box hat sich dort automatisch die Zwangstrennung im Zeitfenster 03:00 bis 04:00 Uhr aktiviert - die habe ich einen Tag später rausgenommen und seitdem gab es nur einen weiteren Resync. Aber seitdem steht die Leitung einwandfrei stabil.


    In diesem Sinne - viele Grüße!
    harob

    • Offizieller Beitrag

    Hallo harob,

    danke für deinen tollen Erfahrungsbericht 😀

    Und für deinen Wechsel zu congstar, mit dem Tarif 🫶

    Gruß Ben