Nach einem weiteren Telefonat mit Ihrem Kundenservice am heutigen Tag für 2 Stunden habe ich die Reißleine gezogen und meinen Glasfaserauftrag endgültig storniert.
Mir wurde mehrfach – zuletzt am vergangenen Freitag – fest zugesagt, dass ich einen Link zur Terminbuchung für die Montage der Glasfaserdose in meiner Wohnung per E-Mail erhalte. Dieser Link kam nie an. Im heutigen Telefonat erklärte mir Ihr Kundenservice nun, dass der Vorgang nicht weiterbearbeitet werden könne, weil im Congstar-System noch nicht hinterlegt sei, dass die Arbeiten am Hausübergabepunkt (HÜP) im Gebäude abgeschlossen sind.
Das entspricht schlicht nicht der Realität. Der Techniker war persönlich bei uns im Haus vor Ort und hat mir ausdrücklich bestätigt, dass die Arbeiten an der Gebäudeinfrastruktur von seiner Seite aus vollständig abgeschlossen sind. Da die Schnittstellen von Congstar den realen Status der Deutschen Telekom offenbar nicht synchronisieren können, landet der Kunde in einer bürokratischen Sackgasse.
Ich habe diesen Auftrag am 4. August erteilt – vor fast acht Wochen – und das bewusst einen vollen Monat vor meinem Einzug, um eine nahtlose Versorgung sicherzustellen. Stattdessen hat Ihre Verfügbarkeitsprüfung mich dazu verleitet, ein Produkt zu buchen, für dessen Bereitstellung Ihre internen Schnittstellen überhaupt nicht gerüstet sind.
Anstatt den Ausbau eigenständig zu steuern, hat Congstar das gesamte Projektmanagement auf mich abgewälzt. Es ist unzumutbar, Kunden dazu zu zwingen, zwischen isolierten Portalen zu wechseln, Hotlines hinterherzutelefonieren und Kommunikationslücken zwischen Congstar, Telekom und Hausverwaltung eigenhändig zu schließen – während mir nicht einmal eine Übergangslösung zur Überbrückung angeboten wurde.
Für andere Kunden, die vor einer angeblich „glasfaserfähigen“ Buchung stehen, bei denen in Wahrheit jedoch keinerlei Leitungen in der Wohnung liegen: Hier ist der tatsächliche Ablauf, den man gezwungenermaßen selbst steuern muss:
- Auftragserteilung: Der Anbieter stuft die Adresse anhand grober Netzkarten als glasfaserfähig ein, selbst wenn die physische Leitung lediglich an der Straße liegt oder im Keller endet.
- Feststellung fehlender Infrastruktur: Sie müssen dem Support proaktiv mitteilen, dass in Ihrer konkreten Wohnung überhaupt keine Glasfaserdose (GF-TA) existiert.
- Weiterleitung an den Vorleister: Ein Ticket wird an den Netzeigentümer übergeben (Deutsche Telekom / Bauherren-Service).
- Eigentümererklärung (GEE): Eine formelle Gebäudeeigentümererklärung muss vom Vermieter bzw. der Hausverwaltung unterzeichnet werden, um Bohrungen und Leitungswege im Gemeinschaftseigentum zu gestatten.
- Prüfung/Montage des Hausübergabepunkts (HÜP): Die Telekom prüft oder montiert den Hausübergabepunkt im Keller des Hauses.
- Inhausverkabelung: Techniker verlegen die Glasfaser vom Keller bis in die jeweilige Wohneinheit und montieren die Glasfaseranschlussdose (GF-TA).
- Vergabe der Glasfaser-ID: Der installierten Dose wird eine eindeutige Glasfaser-ID (Home-ID) zugewiesen.
- Leitungszuweisung: Sie müssen diese Glasfaser-ID erneut an Congstar übermitteln, damit der Auftrag bei der Telekom final provisioniert werden kann.
- Hardwareversand & Schaltung: Der Router bzw. das Glasfasermodem wird versendet, die Leitung wird geschaltet und der Anschluss geht live.
- Bürokratischer Stillstand: Die Arbeiten vor Ort sind physisch abgeschlossen, aber das Backend-System des Anbieters kriegt es nicht mit – der Prozess blockiert vollständig, bis man schließlich entnervt aufgibt und storniert.
Wie man an den obigen Schritten sieht, liegt die gesamte Last und Koordination allein beim Kunden – und gnade einem Gott, wenn man diese Fachbegriffe nicht kennt und eigentlich einfach nur schnelles Internet haben wollte.
Nach fast zwei Monaten verschwendeter Lebenszeit, leeren Versprechungen und null Leistung werde ich Congstar ganz sicher niemandem in meinem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen.